Fotografie
foto

zurück

weiter

Pfauenjungs
im Park von Miskor

юноши с павлином
в парке Мискора
© 2005

Sommer, Sonne, Saure Sahne. Die Halbinsel Krim am Schwarzen Meer lockte mit allen Komponenten eines richtigen Urlaubs: vor der Revolution die Reichen und Schönen Russlands und danach die ewig sonnenhungrigen Erbauer des Kommunismus. Ein gigantisches Allunions-Sanatorium, dass nur den Fleißigsten Parteikadern und Stossarbeitern vergönnt war.
Ein Ort der Sehnsucht und des permanenten Glücks: Nirgendwo in der Sowjetunion Waren die Tage heller, die Nächte dunkler, die Frauen schöner und die Badeanzüge knapper. Sowjet-Pop aus den Lautsprechern, Strände die mehr Körper als Sandkörner zu bieten haben und heilende Schlammbäder, Babuschkas mit Sonnenblumenkernen, Salzgurken und exotischen Feigen. Blasse sibirische Kinder mit roten geplatzten Nasen und ewig klebrigen Händen vom Eisessen. Formgewaltige Frauen von Stahlkochern und Traktorfahrern in ihren besten und buntesten Trägerkleidern und mit einem Hauch sowjetischer Sonnenmilch – Saure Sahne auf dem purpurroten Dekolletee. Im Kampf um die Gunst der postsowjetischen Generation übertüncht die alte Schönheit Krim die Spuren der Zeit und die politischen Änderungen mit buntem Makeup und bleibt das was sie war: ein Platz unter der Sonne.
(Katja Garmasch)